Nachahmen und Täuschen: Die ›jüdische Mimikry‹ und der antisemitische Diskurs im 19. und 20. Jahrhundert

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Schlagworte: Mimikry, deutsch-jüdische Literaturgeschichte, Antisemitismus, Stereotypenbildung, literarische Groteske

Über dieses Buch

Die ›jüdische Mimikry‹ ist im Gegensatz zu vielen anderen anti-jüdischen Stereotypen kaum bekannt. Und doch ist das besondere Talent zur Nachahmung und Täuschung, das Juden und Jüdinnen damit zugeschrieben wird, zentraler Bestandteil des antisemitischen Diskurses. Der Begriff ›Mimikry‹ wurde im 19. Jahrhundert als Bezeichnung für einen evolutionär entstandenen Schutzmechanismus in der Insektenkunde geprägt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts tauchte er dann im antisemitischen Diffamierungsvokabular auf. Die damit verbundenen Vorstellungen jüdischer Imitationskünste entwickelten sich allerdings schon lange vor der Entstehung des Terminus als eine Reaktion auf Ängste, die mit dem Verlust der Identifizierbarkeit von Juden und Jüdinnen im Zuge des Assimilationsprozesses einhergingen. Der vorliegende Band untersucht das wenig bekannte Stereotyp erstmals systematisch und geht dazu seiner Bearbeitung in unterschiedlichen Texten von Autoren jüdischer und nicht-jüdischer Herkunft nach. Dabei wird deutlich, wie eng im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert nicht nur gesellschaftliche Problematiken, sondern auch ästhetische Fragestellungen mit der sogenannten ›Judenfrage‹ verknüpft wurden.

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Autor/innen-Biografie

Katharina Krčal

Katharina Krčal studierte deutsche Philologie und Soziologie an der Universität Wien, der Freien Universität und der Humboldt-Universität zu Berlin und schloss ihr Studium 2010 mit ausgezeichnetem Erfolg ab. 2012 erhielt sie das Full Scholarship des YIVO Institute für den Besuch des Uriel Weinreich Program in Yiddish Language, Literature and Culture. Von 2013–2014 war sie Junior Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. Ihre Dissertation verfasste sie im Rahmen des vom Elitenetzwerk Bayern geförderten Doktorandenkollegs MIMESIS an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie veröffentlichte sie mehrere Forschungsbeiträge zur deutsch-jüdischen Literatur aus dem historischen Galizien. Zuletzt hat sie den Eintrag zum Thema »Hausierer« in dem von Joseph Vogl und Burkhardt Wolf herausgegebenen Handbuch Literatur & Ökonomie beigetragen.

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Veröffentlicht

22. April 2022

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