Tracing im/mobilities in contemporary Vietnamese American refugee literature
Über dieses Buch
Vorherrschende Darstellungen reduzieren Geflüchtete häufig auf bloße Krisensymbole und inszenieren sie durch schockierende Zahlen, überwältigende Statistiken oder sensationsheischende Bilder. Doch was ist mit ihren eigenen Geschichten? Was ist mit den Individuen, die sich hinter den Fotos und Diagrammen verbergen? In diesem Zusammenhang eröffnen literarische Interventionen alternative Sichtweisen und fordern dazu auf, die Erfahrungen von Geflüchteten jenseits der Sprache des Ausnahmezustands und der Spektakularisierung neu in den Blick nehmen.
Dieses Buch setzt hier an und beleuchtet Repräsentationen von Im/Mobilitäten und Geflüchtetenidentität in zeitgenössischer vietnamesisch-US-amerikanischer Literatur. Der Fokus liegt auf Romanen und Kurzgeschichten von Schriftsteller*innen der 1.5 und zweiten Generation wie Viet Thanh Nguyen, Ocean Vuong, Aimee Phan, lê thi diem thúy und Eric Nguyen. Ihre Werke hinterfragen „politics of mobility“, die erzwungener Migration inhärent sind, und bieten nuancierte Erzählungen, die dominante Diskurse über Flucht und Vertreibung problematisieren.
Carole Martin promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo sie Kurse in nordamerikanischer Literaturgeschichte unterrichtete. Zuvor absolvierte sie ihr Bachelor- und Masterstudium in Englisch und Ethnologie an der Universität Basel. Seit 2024 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Schweizerischen Nationalfonds.
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